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Irische Breitspur auch in Deutschland

Das Großherzogtum Baden hatte sich im Jahre 1838 auf Anraten einer Expertenkommission für die zwischen Mannheim und der Schweizer Grenze zu bauenden Hauptlinie für eine Spurweite von 1600 mm entschieden. Einer der Gründe war die Meinung der englischen Lokomotivbauer, daß die heutige Regelspur mit 1435 mm für stärkere Lokomotiven zu gering sei. Gleichzeitig entschied man sich für eine von der heutigen Norm abweichende Pufferstellung von 915 mm über SO mit einem seitlichen Abstand von 1350 mm. Ohne auf die Entwicklung im übrigen Deutschland zu achten, beschaffte man 66 Lokomotiven, 1133 Wagen und 400 Kilometer Gleise.

Die Breitspurbahn sollte in einem Anfall von Gigantomanie größer und besser als die restlichen Eisenbahnen des Kontinents werden. Doch damit verlor Baden den Anschluß an die übrige Entwicklung. Die Regierung hatte erhebliche Probleme, ihren Fehler einzugestehen, und beschloß erst 1854, die Anlagen den üblichen Maßen anzupassen.

Der deutsche Lokomotivbau befand sich damals in den Anfängen, demzufolge kamen die ersten Lokomotiven aus England. Die führenden Hersteller waren Sharp, Roberts & Co aus Manchester und später Robert Stephenson & Co aus Newcastle upon Tyne..

Emil Kessler gründete 1837 in Karlsruhe eine der ersten Lokomotivfabriken in Deutschland. Die erste eigene Konstruktion - die BADENIA - war bereits ein Erfolg und war damit der Grundstein für volle Auftragsbücher für die kommenden Jahre.

Die Breitspurlokomotiven der Gattungen 1 bis 8 wurden 1854/55 auf normale Spurweite umgebaut. Als Besonderheit ist zu erwähnen, daß während der Umspurung der gesamte Betrieb aufrecht erhalten wurde und daß es dabei zu keinen Unfällen kam.

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