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Das kurioseste und zugleich breiteste Schienenfahrzeug der Welt

Die Suche nach dem kuriosesten Schienenfahrzeug führt uns in den Park vom Schloß Pillnitz bei Dresden.

Zwischen zwei Schienen mit 10,8 m Spurweite wächst ein Busch. Es handelt sich dabei um eine kostbare Kamelie. Diese Pflanze, übrigens die älteste und größte ihrer Art in Europa nördlich der Alpen, steht seit 1801 an diesem Platz. Von Anfang an schützte man die Kamelie im Winter durch Holzhäuser. Vieles ist über deren jährlichen, komplizierten Auf- und Abbau in den Akten zu lesen; im Januar 1905 brannte sogar das Schutzhaus. Das bei -20° Celsius zu einem Eisberg gefrorene Löschwasser schütze die Pflanze, die noch im gleichen Frühjahr wieder austrieb.

1992 erhielt die Pillnitzer Kamelie ihr neues, erstmals fahrbares Schutzhaus, in dem Temperatur, Belüftung, Luftfeuchte und Beschattung durch einen Klimacomputer geregelt werden. Zwei Flügel lassen sich öffnen und auf Schienen wird das Haus, von einer Seilwinde gezogen, verrollt. Das Glashaus, welches auf nur 4 Rädern bzw. Rollen ruht, ist 13,2 m hoch, wiegt 54 Tonnen und umfasst einen Luftraum von 1864 m³. Während der Blütezeit der Kamelie kann man im Innern des Hauses in verschiedenen Höhen um die Pflanze herum laufen und hat dabei interessante Blicke in und auf diese Kamelie. In der warmen Jahreszeit wird es dann einfach neben die Kamelie gerollt.
Mittlerweile hat die über 200 Jahre alte Kamelie eine Höhe von 8,60 m und einen Durchmesser von fast 11 m. Während der Blütezeit von Mitte Februar bis April trägt sie ca. 35.000 glockenförmige und karminrote Blüten. Ableger der Pillnitzer Kamelie werden jedes Jahr in begrenzter Zahl während der Blütezeit verkauft, dann ist ein Besuch besonders lohnend.

Kamelienhaus in Schloß Pillnitz Zurück zur Startseite
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Bild der Kamelie © Kolossos in Wikipedia